Adriano

Cor-Manifest:
Manifest der Maracatu-Gruppen gegen Homophobie

Der Maracatu ist in Trauer. Wir haben unsere Farbe (portugiesisch: Cor) verloren, sie haben uns Adriano genommen. Unsere "Reiche Baianerin", unser Trommler, unser Tänzer, unser Freund, unser Sohn ist von uns gegangen. Allem Anschein nach dürfte es sich um ein Hassverbrechen gehandelt haben. Ein Mord aus Homophobie. Diese Plage breitet sich aus und nährt sich von der Angst, der Gehässigkeit und der Ignoranz.

Daher haben wir beschlossen, wir wollen antworten, wie Adriano es getan hätte: mit Liebe und Einigkeit. Wir haben uns zusammengetan und dieses Manifest gegen Homophobie verfasst, gegen religiöse Intoleranz, gegen Rassismus, gegen die Tötung unserer Jugendlichen, gegen Machismus und gegen jede Art der Unterdrückung, die uns unsere Freiheit nimmt, unser Lächeln und unseren Frieden.

Angesichts der Verbrechen, die gegen die Bevölkerung der Peripherie begangen werden, gegen Frauen, gegen Schwule und Lesben, Transvestiten, Transsexuelle, Transgender, gegen Indigene, gegen schwarze Frauen und Männer, gegen AnhängerInnen afrobrasilianischer Religionen, ist der Moment gekommen, uns zusammenzuschließen. Um gemeinsam stärker zu sein! Wir werden diskreditiert von großen Teilen der politischen Vertreter im Kongress, in den Kammern und Versammlungen. Daher müssen wir selbst repräsentieren, was wir wollen.

Wir wollen ein Ende des Hasses gegen Minderheiten. Wir wollen, dass unsere kulturelle Ausdrucksfreiheit respektiert wird – ohne Diskriminierung aufgrund des Glaubens oder der sexuellen Orientierung. Wir wollen nicht an jeder Straßenecke Angst haben müssen, nur weil wir anders sind. Wir wollen glücklich sein.

Adriano Cor, deine Leichtigkeit, deine Schönheit, dein Lächeln, dein Licht und all die Liebe, die du immer verbreitet hast, gibt uns Kraft, um gegen diese Barbarei aufzutreten, gegen Gräueltaten, wie jene, die dich von uns gerissen hat.

Die Gruppe "Tambores de Olokun" hat die körperliche Anwesenheit ihrer "Reichen Baianerin" verloren, einer Figur, die üblicherweise im Maracatu von Männern getanzt wird. Aber sein Geist wird unsere Trommeln beseelen.

Unser Schmerz verwandelt sich in Kampf. Unsere Farbe (portugiesisch: Cor) verwandelt sich in einen Regenbogen. Unsere Empörung verwandelt sich in Mobilisierung. Und wir werden alles tun, damit die anderen Adrianos, Kailans, Cleydisons, Claudias, Amarildos, Elizângelas ihr Recht auf Freiheit verwirklichen können. Sie alle sollen zeigen können, dass die Farben der Vielfalt schön sind.

Adriano Cor, anwesend!

Rio de Janeiro, 9. Juli 2015


Unterzeichnet:

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Kontakt: manifestocor@gmail.com